Ev.-luth. St. Remigius Kirchengemeinde Suderburg

 

Das Kirchenjahr

 

Unser Altar (sowie in anderen Gemeinden auch der gottesdienstliche Raum) wird zu den verschiedenen christlichen Festen und Feierlichkeiten mit unterschiedlichen farblichen Tüchern, den Paramenten, geschmückt. Diese Farben finden sich auch in einigen Gemeinden in den liturgischen Gewändern der Pastoren wieder.

Die liturgischen Farben sind

Weiß                          Christusfarbe (hohe Christusfeste und ihre Festzeiten), auch für Johannes, den Täufer, und für den Erzengel Michael

Violett                         Fasten- und Bußfarbe, in der Vorbereitungszeit vor Weihnachten und Ostern – also Vorbereitungszeit auf hohe                                                    Christusfeste

Rot                             Farbe des Heiligen Geistes, der Apostel, Märtyrer, Glaubenszeugnisse, Kirchweihe, Konfirmation

Schwarz                     Karfreitagsfarbe, Zeiten und Anlässe des Gedenkens an Tote, der Trauer

Grün                          alle verbleibenden Kirchenjahreszeiten – also ungeprägte Zeiten


In der Liturgie beginnt und endet der Tag gewöhnlich um Mitternacht. Allein der Sonntag und die Hochfeste beginnen bereits am Vorabend.

 

3 Termine bestimmen die Abfolge des Kirchenkalenders unabänderlich:

-         Weihnachten (25. Dezember, Gedenktag an Jesu Geburt)

-         Epihanias (6. Janur, Gedenktag der Taufe und Verklärung Jesu Christi) und

-         Ostern (Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling, zwischen dem 22.03. und 25.04.). Alle von Ostern abhängigen Termine wechseln             damit zwangsläufig mit.

Das Kirchenjahr beginnt  in den abendländischen Kirchen am 1. Advent.

Die Adventszeit umfasst den  1. - 4. Sonntag im Advent und dauert 22 bis 28 Tage. Adventszeit ist die Vorbereitungszeit auf das Fest der Geburt Jesu Christus und bringt die Freude über die Geburt Jesu Christi und die Erwartung seiner endgültigen Wiederkunft (Parusie) zum Ausdruck.

Im Kirchenjahr haben die Sonntage eigene Namen, die sich in der Regel nach den Anfangsworten des Introitus (Eingangsworte) des jeweiligen Psalms richten, den man zum Einzug (Beginn des Gottesdienstes) singt

1. Sonntag im Advent

Zu dir erhebe ich meine Seele, Ps 25,1

2. Sonntag im Advent

Volk von Zion, siehe, der Herr wird kommen, zu retten die Völker, nach Jes 30,19.30

3. Sonntag im Advent

Freut euch im Herrn allezeit, Phil 4,4

4. Sonntag im Advent

Tauet, ihr Himmel, von oben, ihr Wolken, regnet den Gerechten: Es öffne sich die Erde und sprosse den Heiland hervor, Jes 45,8

 

Am 6. Dezember ist Nikoluastag. Er gehört nicht zu den kirchlichen Festtagen, wird aber vielerorts so angesehen.

 

Die Ursprünge des Adventskranzes gehen auf die Kerzenandachten des Hamburger Theologen J. H. Wiechern zurück; ursprünglich war es ein Holzreif mit 24 Kerzen, der 1851 erstmals mit Tannengrün geschmückt wurde. Der jetzt beliebt Adventskranz mit 4 Kerzen verbreitete sich nach dem ersten Weltkrieg zuerst in Norddeutschlund und um 1930 im gesamten deutschsprachigen Raum und verbreitete sich weiter.

 

Es folgt

Heiliger Abend (24.Dezember) – kein kirchlicher Feiertag, wird aber in Deutschland oft dafür gehalten,

Christfest (Weihnachten): 25.Dezember (Tag der Geburt des Herrn; erster Weihnachtstag), das erstmalig  336 in Rom gefeiert wurde. Es folgen

Christfest (Weihnachten): 26.Dezember (2.Weihnachtstag),

1.Sonntag nach dem Christfest und

2.Sonntag nach dem Christfest.

 

Die Gründe für die Festlegung des Tages der Geburt sind nicht eindeutig. Wahrscheinlich ist, dass Jesu Christi Geburt dem am gleichen Tag begangenen römischen Staatsfest der Geburt des unbesiegbaren Sonnengottes gleichgestellt wurde, so dass die Tradition von Weihnachten wohl in die 2. Hälfte des 3. Jahrhundert zurückreicht.

Seit dem 5. Jahrhundert wurde Weihnachten mit vielen Bräuchen geprägt: Krippen, Weihnachtsspiele, Weihnachtsbaum (seit dem 16. Jahrhundert vereinzelt ohne Licht, seit dem 19. Jahrhundert allgemein üblich), Adventskranz (20. Jahrhundert), der 1. Adventskalender wurde 1904 in München gedruckt.

Der heilige Nikolaus oder Knecht Ruprecht, die Gabenbringer der Adventszeit wurden durch den Weichnachtsmann ersetzt – erstmalig auf Bilden des 19. Jahrhundert zu sehen. Ende des 18. Jahrhunderts bekam Weihnachten eine familiäre Gestaltung mit Bescherung (die evangelische Oberschicht beschenkte die Kinder bereits im 16. Jahrhundert) am Heiligen Abend. Neben Geschenken wird die heutige Weichnachtsfeier bestimmt durch festliches Essen, besonderes Gebäck: Weihnachtsplätzchen und Christstollen.

Jedes Land hat seine eigenen Geschenkkultur entwickelt: in Nordeuropa werden die Geschenke am 06.12. vom Heiligen Nikolaus (Julbock) und am 25.12. vom Jultomte (Kobold) gebracht; in Italien und teilweise der Schweiz vom Christkind (Il Bambinello Gesu); in Norwegen vom Julmann; in Spanien und Lateinamerika am 06.01. von den Heiligen Drei Königen; in Italien von La Befana, der guten Hexe; seit 1937 feiert man in der UdSSR am 07.01 das Neujahrsfest (Jolka), dann bringen Väterchen Forst und seine Enkelin Snegurotschka (Schneewittchen) die Geschenke.

.

Epiphanias: 6. Januar,, in der Antike wurde das plötzliche Sichtbarwerden einer Gottheit  Epiphanie genannt. In unserem christlichen Denken handelt es sich um das Erscheinen Gottes in der Welt durch Jesu Christi. Volkstümlich wurde dieser Tag zum Fest der Heiligen Drei Könige (Dreikönigsfest).

 

Es folgen die 3-5   Sonntage nach Epiphanias   

 

Vorfastenzeit oder Zeit vor der Passionszeit

umfasst die Zeit von Septuagesima bis Aschermittwoch als Zeit der Vorbereitung auf die eigentliche Fastenzeit.

und dann der letzte Sonntag nach Epiphanias oder

Septuagesima, 3.Sonntag vor der Passionszeit

„Der Siebzigste“ Tag vor Ostern

 Mich umfingen die Fesseln des Todes“ (Ps 18, 5)

Sexagesima, 2.Sonntag vor der Passionszeit

Noch etwa 60 Tage bis Ostern

„Wach auf! Warum schläfst du, Herr?“ (Ps 44, 24)

Estomihi, Sonntag vor der Passionszeit

„Sei mir ein schützender Fels, eine feste Burg, die mich rettet“ (Ps 31, 3)

Aschermittwoch 46. Tage vor Ostern und Beginn der Passionszeit

Mit dem Aschermittwoch beginnt im Christentum die Zeit des 40-tägigen Fastens und soll an die 40 Tage erinnern, die Jesus fastend und betend in der Wüste verbrachte (Matthäus4, 2). Die Fastenzeit umfasst 46 Kalendertage, die Passionszeit dauert vom Sonntag  Invocavit und dauert ebenfalls bis Karsamstag, die sechs fastenfreien Sonntage (1.–5. Fastensonntag und Palmsonntag) sind abzuziehen.

Es ist eine Vorbereitungs- und Bußzeit, in der der Leiden Christi gedacht wird, und dient der Vorbereitung auf das Hochfest Ostern. In der Fasten- bzw. Passionszeit liegen sechs Sonntage, die fastenfrei sind: die fünf Fastensonntage und der Palmsonntag. Die Fastenzeit dient der Tauferinnerung und der Buße.

Invokavit, 1. Sonntag der Passionszeit..

„Er hat (mich) angerufen“ Anfangswort des Psalm 91,15

nvocabit me, et ego exaudiam eum, „Wenn er mich anruft, dann will ich ihn erhören“ (Ps 91, 15

Reminiscere, 2.  Sonntag der Passionszeit

„gedenke“, benannt  nach Psalm 25,6

Reminiscere miserationum tuarum, „Denk an dein Erbarmen, Herr“ (Ps 25, 6 EU)

Oculi, 3. Sonntag der Passionszeit

 „Meine Augen schauen stets auf den Herrn“ nach Psalm 25, 15

Lätare, 4. Sonntag der Passionszeit

 „Freue dich, Jerusalem“ nach Jesaja 66,10

Judika, 5. Sonntag der Passionszeit

„Richte mich, o Gott“ nach Psalm 43,1

Palmsonntag, 6. Sonntag der Passionszeit  Beginn der Karwoche

Benannt nach der Palmenprozession  zum Nachvollzug des Einzugs Jesu in Jerusalem nach Matthäus 21,1-11 – in vielen evangelischen Kirchen wird hier Konfirmation gefeiert.

Zum leichteren Einprägen der sechs Sonntage in der Fastenzeit ist der Satz

In rechter Ordnung lerne Jesu Passion“ als Eselsbrücke gut zu bebrauchen.

 

Gründonnerstag

Donnerstag vor Ostern, genannt eventuell nach mittelhochdeutsch greinen oder weinen oder wegen des Brauches an diesem Tag hauptsächlich grünes Gemüse zu essen; nach Korinther 11,23 als Tag des letzten Abendmahls Jesu

Karfreitag  (in unserer Gemeinde verbleibt der Altar ohne Paramente und Schmuck)

Wehklage oder Trauer, der Tag vor der Kreuzigung Jesu; seit dem 2 Jahrhundert ein Tag der Buße; in der evangelischen Tradition ist es der höchste Feiertag. 2010 haben wir dies in unserer Gemeinde feierlich begangen in der Friedhofskapelle, eine Andacht der Stille und des Gedenkens.

Karsamstag

ist der letzte Tag der Karwoche; gleichzeitig der zweite Tag des österlichen Triduums, was wörtlich übersetzt: Heilige Drei-Tage-Zeit bedeutet. Im Rahmen der christlichen Liturgie bezeichnet dies den Zeitraum zwischen Gründonnerstagabend als Vorabend , Karfreitag (dem Tag des Leidens und Sterbens des Herrn), Karsamstag (dem Tag der Grabesruhe des Herrn) erstreckt und mit dem Ostersonntag als Tag der Auferstehung des Herrn. Dieser ist gleichzeitig der  erste Tag der Woche und bedeutet zugleich die neue Schöpfung in Christus Darauf folgt der Ostersonntag. Der Karsamstag wird regional auch als  Stiller Samstag bezeichnet.

Der Altar der Kirche ist nicht mit Altartuch, Kerzen oder Blumen geschmückt wie beii uns schon am Karfeitag. Am Karsamstag bereitet man sich mit dem Osterfasten auf das Hochfest Ostern vor. Der Karsamstag endet mit dem Beginn der Feier der Osternacht, die als Nachtwache bereits zur Liturgie des Ostersonntags gehört.

 

Osternacht

Christliche Gemeinden verbrachten schon früh die Osternacht wachend mit Lesung und Gebet in der Erwartung des wiederkehrenden Herrn.

Ostersonntag

Am Ostersonntag beginnt die 50-tägige Osterzeit (pentekoste), die am Pfingstsonntag endet.

Viele Osterbräuche sind nicht christlicher („heidnischer“) Herkunft.

Der Brauch mit den Ostereiern geht wohl auf die mittelalterliche Eier- und Speisenweihe zurück. Noch Anfang des 19. Jahrhunderts war der Osterhase in weiten Teilen Deutschlands unbekannt und ist wohl auf ein fehlgedeutetes Osterlammgildebrot zurückzuführen. Durch Johann v. Goethe und seinen Faust wurde der Osterspaziergang ein fester Bestandteil im Brauchtum und ist auch zu deuten in Erinnerung an den Gang der Jünger Jesu nach Emmaus (Lukas 24,13-35).

Ostermontag

Ist der letzte gesetzliche Feiertag des heutigen Osterfestes, das früher einmal eine Woche andauerte.

Osterzeit

In den fünfzig Tagen vom Ostersonntag bis Pfingsten finden keine Lesungen aus dem Alten Testament statt, dafür aus den Paulusbriefen und der Apostelgeschichte.

Quasimodogeniti, 1. Sonntag nach Ostern oder Weißer Sonntag

„Wie die neugeborenen Kindlein, Halleluja, seid begierig nach der vernünftigen, lauteren Milch”, 1 Petr 2, 2

Misericordia, 2. Sonntag nach Ostern - (rot bei uns wegen der Konfirmation, sonst weiß)

„Die Erde ist voll der Güte des Herrn.” Ps 33,5

Dieser zweite Sonntag nach Ostern ist von dem Motiv des „guten Hirten“ geprägt und wird daher auch als Hirtensonntag bzw. Guthirtensonntag bezeichnet

Jubilate, 3. Sonntag nach Ostern

Jauchzt vor Gott, alle Länder der Erde!” Ps 66,1

Kantate, 4. Sonntag nach Ostern

„Singt dem Herrn ein neues Lied.” Ps 98, 1

Rogate, 5. Sonntag nach Ostern

„Verkündet es jauchzend, damit man es hört!” Jes 48, 20

Historisch kommt dieser Begriff von Bittprozessionen, Vielerorts wird der Rogate als Missionssonntag begangen.

Christi Himmelfahrt  39 Tage nach Ostern (der 40. Tag)

Dieses Fest entstand im 4. Jahrhundert. Es zeigt die Aerhöhung des auferstandenen Jesus zur Teilhabe an der Existenszweise Gottes (Lukas 24,51 und Apostelgeschichtee 1,9-11).

Weit verbreitet war der Glaube, dass an Christi Himmelfahrt sich der Himmel öffne (kräftige Gewisser, Regen; wohl auch von Donnerstag abgeleitet), weshalb es vielerorts Arbeitsvervote gab. In Anlehnung an die  Bittgänge und Flurzessionen, aber auch mit Bezug zu älteren Handwerksbräuchenstand im 19. Jahrhundert die Sitte der „Herrenpartien“ (jetzt: „Vatertag“ als Gegenstück zum Muttertag).

Exaudi, 6. Sonntag nach Ostern

„Vernimm, o Herr, mein lautes Rufen; sei mir gnädig und erhöre mich!” Ps 27

Im Zentrum steht die Erwartung des Heilshandelns Gottes.

 

Ein Merkspruch zum Einprägen der sechs Sonntage nach Ostern ist der Satz

Quitten müssen junge Christen roh essen.“

 

Das Heilige Pfingstfest 49 Tage nach Ostern (der 50. Tag) Sonntag und Montag

Gefeiert wird von den Gläubigen die Entsendung des Heiligen Geistes. Im Neuen Testament wird in der Apostelgeschichte erzählt, dass der Heilige Geist auf die Apostel und Jünger herabkam, als sie zum Pfingstfest (Schawuot) in Jerusalem versammelt waren (Apg 2, 1-41 EU). Dieses Datum wird in der christlichen Tradition auch als Gründung der Kirche verstanden, als auch zugleich der feierliche Abschluss der Osterzeit. Als christliches Fest wird Pfingsten erstmals im Jahr 130 erwähnt.

 

Als „Pfingstwunder“ bezeichnet man die in der Apostelgeschichte beschriebene wunderbare Fähigkeit der Jünger, in anderen Sprachen zu sprechen und andere Sprachen zu verstehen. Damit wurde aus christlicher Sicht die „Babylonische Sprachverwirrung“ aufgehoben, mit der Gott die Menschen für die Hybris des Turmbaus zu Babel bestraft hatte. Theologisch steht dies für die Mission der Kirche, alle Menschen unabhängig von ihrer Nationalität und Ethnizität anzusprechen.

Auf welchen Tag Pfingsten fällt, hängt ganz vom Osterdatum ab. Gemäß antiker Praxis wird bei der Zählung der fünfzig Tage der Ostersonntag als erster Tag berücksichtigt. Damit fällt der Pfingstsonntag stets auf die Zeit zwischen dem 10. Mai und dem 13. Juni.

Brauchtum: Pfingstbäume, Ringreiten: Pfingstreiten, Mancherorts schmückt man das 1. oder das letzte Tier beim ersten Weidenauftrag an Pfingsten (Pfingstoschse)

 

Trinitatis, Tag der Heiligen Dreifaltigkeit

ist das Dreifaltigkeitsfest (auch Dreieinigkeitsfest) am ersten Sonntag nach Pfingsten.

Das Fest wurde 1334 durch Papst Johannes XXII. in den Römischen Kalender eingeführt und ist der Verehrung der Heiligen Dreifaltigkeit gewidmet: Gottvater, Gottsohn und Gott Heiliger Geist.

Die Das Verhältnis der 3 Personen wird dabei als gegenseitige Durchdringung vorgestellt. Nach der Trinitätslehre hat sich der eine Gott im Verlauf der Heilsgeschichte auf dreifache Weise geoffenbart; als ursprungloser Schöpfer der Welt( Vater), in Gestalt und Werk Jesu von Nazareth (Sohn) und in den Menschen, die in der Nachfolge aus dem Geist Jesu Christ legen (heiliger Geist).

In der bildenden Kunst wird die Trinität meist symbolisch dargestellt im gleichseitigen Dreieck (oft mit dem Auge Gottes)

Es ist auch der Beginn der Zeit im Kirchenjahr ohne große Feste, wie Weihnachten und Ostern. Die Sonntage nach diesem Fest wurden früher in der Westkirche „nach Trinitatis“ gezählt.

Sonntage nach Trinitatis Zählweise aufwärts bis mindestens 22. Sonntag nach Trinitatis  (Die Anzahl der gezählten Sonntage richten sich nach dem Ostertermin vom Anfang her und zum Ende hin nach dem Datum des Beginn des neuen Kirchenjahres.) Der Reformationstag ist immer am 31.10. und wird von evangelischen Christen in Deutschland am 31. Oktober im Gedenken an die Reformation der Kirche durch Martin Luther gefeiert.

Drittletzter Sonntag des Kirchenjahres

Vorletzter Sonntag des Kirchenjahres

Buß- und Bettag       Mittwoch vor dem letzten Sonntag im Kirchenjahr: Buß- und Bettag.

Der Buß- und Bettag in Deutschland ist ein Feiertag der evangelischen Kirche, der auf Notzeiten zurückgeht. Er wurde im Lauf der Geschichte für besondere Anliegen angesetzt, aber oft nicht am selben Datum. Im 20. Jahrhundert wurde er wie auch heute meist am Mittwoch vor dem Ewigkeitssonntag (dem letzten Sonntag des evangelischen Kirchenjahres) begangen, also elf Tage vor dem ersten Adventssonntag bzw. am Mittwoch vor dem 23. November.

Es geht bei diesem Tag nicht um Büßen zum Schuldabtrag im Sinne von Bestrafung, sonderm um eine Haltungsänderung, eine Umkehr zu Gott hin.

Ewigkeitssonntag, Letzter Sonntag des Kirchenjahres

Der Ewigkeitssonntag oder Totensonntag ist in der evangelischen Kirche in Deutschland ein Gedenktag für die Verstorbenen. Zumindest mit dem Verlesen der Verstorbenen des vergangenen Kirchenjahres – das neue beginnt mit dem folgenden Sonntag, dem ersten Adventssonntag – wird ihrer in den Gottesdiensten gedacht. In vielen Gemeinden werden die Angehörigen der Verstorbenen eigens zu Gottesdiensten auf den Friedhöfen eingeladen. Das Abendmahl, sofern es an diesem Tag gefeiert wird, hat seinen Platz im morgendlichen Hauptgottesdienst.

Zur Tradition gehört es, die Gräber mit Gestecken oder Blumen zu schmücken. Kirchliche Kreise werben dafür, aus Rücksichtnahme auf den Totensonntag mit der Weihnachtsbeleuchtung und den Weihnachtsmärkten erst in der Woche vor dem 1. Advent zu beginnen.

Es ist der letzte Sonntag vor dem ersten Adventssonntag und damit der letzte Sonntag des Kirchenjahres.

Nicht eigentlich zum Kirchenjahr gehörende, aber oft in diesem Zusammenhang erwähnt, Tage – auße den bereits benannten – sind z. B.

Ernte dank    = 1. Sonntag im Oktober

Martinstag     = immer 11. November

Quellen: Brockhaus, Wikipedia, EKD

2010 zusammengestellt von Luise Claren