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Vierzehn Tage zu Gast in Suderburg

Thu, 09 Jul 2020 22:06:40 +0000 von Martin Tuttas

Diese Idee muss man erst einmal haben. Im Pfarrerblatt zu annoncieren: „Suche Vertretungspastor*in!“ 

Ihr Pastor Dittmar hatte diese Idee. Ich fand das verlockend: Noch frisch im Ruhestand Dienst zu tun, im Pfarrhaus wohnen zu können und das alles in einer so schönen Gegend wie es die Lüneburger Heide ist. Urlaub vom Ruhestand! – Gedacht, getan!
 
Es waren für mich vierzehn wunderschöne Tage. Nach herzlichem Empfang durch das Pastorenehepaar und kurze Einweisung in Haus und Gemeinde ging es am 22. Juni los.
Allein die äußeren Gegebenheiten waren ideal: Morgens mit Vogelgezwitscher geweckt werden, anstatt vom Dresdener Straßenlärm; den schönen Pfarrgarten zu genießen, an dem die Hardau entlang fließt und die Pferde gleich nebenan zu sehen und wiehern zu hören… Ländliche Idylle und dennoch alles Wichtige vor Ort.
 
Da ich die letzten 16 Jahre im Bautzener Gefängnis Dienst getan habe, war ich das „normale“ Gemeindeleben nicht mehr so gewöhnt. Und ich habe erneut festgestellt: Ja, es ist schön, am Leben eines Dorfes teilhaben zu können, Freud‘ und Leid begleiten zu dürfen. 

Ich danke für das Vertrauen, das die betreffenden Familien mir als völlig Fremde entgegengebracht haben. Das ist keinesfalls selbstverständlich!

Und die Gottesdienste? Durch die Corona-Auflagen werden sie in Suderburg bis auf weiteres unter freiem Himmel gefeiert, was eine schöne lockere Atmosphäre erzeugt. Das Wetter – Gott sei es gedankt – hat wacker durchgehalten.

Am 5. Juli ging`s bei der Taufe des kleinen Michel und der Abendmahlsfeier (mit Mazzen und einem Fläschchen Traubensaft in einer Brottüte unter Coronabedingungen) echt stürmisch zu. Nach dem Motto „Halte, was du kannst!“ damit nicht alles umfiel. Aber es begann erst mit dem Schlussakkord der Gitarrengruppe zu regnen. 

Danke an alle Mitwirkenden, Vor- und Nachbereiter der Gottesdienste und Amtshandlungen.
 
Und der Urlaub? Der ist nicht zu kurz gekommen. Es war ein ausgewogenes Maß an Diensten und Erholung. Ich habe die nähere Umgebung per Fahrrad erkundet und die Schönheiten des Suderburger Landes kennen- und schätzen gelernt.
 
So liegt eine gefüllte und erfüllte Zeit hinter mir. Ich habe eine lebendige Gemeinde erlebt und wünsche ihr, dass sie so bleibt und wächst.

Meine Wünsche an die St. Remigius-Kirchengemeinde-Suderburg

Quelle: Bericht